o.Univ.Prof.Dr. Elisabeth von Samsonow
Wintersemester 2017/2018 
Vorlesung Anthropologie der Kunst I

 

ÜBERWACHEN UND SCHLAFEN

 

20. Oktober 2017, 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 15:00 Uhr in M20, Schillerplatz 3
27. Oktober 2017, 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 15:00 Uhr in M20, Schillerplatz 3
10. November 2017, 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 15:00 Uhr in M20, Schillerplatz 3
24. November 2017, 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 15:00 Uhr in M20, Schillerplatz 3
12. Jänner 2018, 9:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 15:00 Uhr in M20, Schillerplatz 3

 

Die Vorlesung widmet sich einer kritischen Revision der Beziehung zwischen Schlaf und Überwachung. Timothy Garton Ash hatte vor kurzem gemeint, wir seien dabei, schlafwandelnd in die totale Überwachungsgesellschaft hineinzustolpern. Wieso schlafwandelnd? Was hat Schlaf mit Überwachung zu tun? Während der oder die Schläfer/in die Augen schließt, muss, damit der Schlaf geschützt stattfinden kann, einer oder eine Wache schieben. Überwachung und Schlaf haben also eine äußerst lange Beziehungsgeschichte, die zunächst einen mütterlichen Akzent hat. Es sind die Mütter, die über den Schlaf ihrer Kinder wachen, bevor es ein nimmermüdes göttliches Auge gibt, welches sich, ewig geöffnet und allsehend, dem Dienst der Rundumbewachung zur Verfügung stellt. Die Vorlesung versucht, Motive aus der Psychoanalyse, der Medientheorie und der politische Theorie so miteinander zu verbinden, dass die kulturelle „Schlafsucht“ oder Unlust an der Existenz und ihre Anteile an einer höchst ambivalenten Überwachungsforderung einsichtig werden. Ferner soll die subversive Rolle der Kunst in diesen Zusammenhängen genauer betrachtet werden. Aus feministischer Sicht gilt es, die Überwachungsrolle der realen und symbolischen Mütter wider die männlichen Blickregime zu untersuchen.