In Studio Elektra 04 beschäftigt sich die Philosophin und Künstlerin Elisabeth von Samsonow mit der Frage, wie denn heute das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft zu denken sei.

Ausgehend von der Idee, dass in der Demokratie die Macht vom Volk, vom demos, ausgeht, untersucht sie die Position, die dem Einzelnen in diesem demos wirklich zukommt. Sie stellt fest, dass die älteren vertikalen Modelle von Herrschaft nach wie vor wirksam sind, die diesem Einzelnen bestenfalls den Status des zu behütenden Schafes oder des durch die höhere Vernunft zu befehligenden Körpers eingeräumt haben. Gesellschaft oder Volk entsteht nach dieser Idee dadurch, dass die Vielen durch äußeren Druck oder Zwang zusammengehalten werden.

Ist das nun wirklich Demokratie nach westlichem Wunschbild? Müsste man nicht endlich, in Überholung der älteren Bilder, dazu übergehen, eine neue Lehre der Souveränität zu entwickeln, die sowohl einen anderen Zugang zum Teil/Ganzes-Verhältnis einschließt als auch eine elementare Koppelung von Macht und Verantwortung in jenem Souverän, den der Einzelne als Aequipotenz der Gemeinschaft darstellt?

Erstausstrahlung Studio Elektra #04 – Teil / Ganzes: 5. August 2011 auf OktoTV