Studio Elektra von und mit: Elisabeth von Samsonow
Regie, Umsetzung: Matija Serdar
Konzept: Elisabeth von Samsonow und Matija Serdar
Diese Sendung wird mit Unterstützung von OktoTV produziert.

 

Die Sendereihe setzt sehr direkt an zu einer Durchdringung aktueller Ereignisse. In Gegensatz zum Typus Schocker- und Horror-Nachrichten, die die Zuschauer mit Ver- und Zerstörungsenergie versorgen, setzt Studio Elektra auf den teilnehmenden Kommentar, auf eine Form des Orakels, die ein Verstehen des aktuellen Geschehens aus der philosophischen Perspektive (mindestens zweitausend Jahre Geschichte des Denkens = menschlicher Selbsterfindung) anpeilt.

Diese Form des Anti- oder Transjournalismus dient der Überschreitung der kurzen Zerfallszeiten von Nachrichtenwerten und unterstreicht den produktiven und erfinderischen Charakter der menschlichen Geschichte. An die Stelle katastrophistischer Unterhaltung tritt gewagte und provokante, in die Zukunft weisende Deutung, kühl gedacht und heiß empfunden. Die Philosophie, die im Spiel ist, tritt nicht als Referat der Philosophiegeschichte auf, sondern als lebendige Funktion, die in die Ritzen und Fugen versteinerter Strukturen eindringt.

Studio Elektra ist nach der Figur der Elektra benannt, die zugleich Patronin der Elektrizität und des technischen Gefühls ist, begnadete Hysterikerin aus dem Geschlecht der Atriden und Star im Wien der Jahrhundertwende. Man kann sich das Ganze also so denken: In Elektra, in der bisher durch die Unentrinnbarkeit der Geschichte zu Konvulsionen neigenden, klingen die Krämpfe ab und sie ergreift das Wort. Damit rettet sie nicht nur die bisher etwas zu leise gestellte weibliche Stimme, sondern auch die Ehre der Philosophie, die sich zu gerne in ihrer eigenen Geschichte verkriecht.