Vortrag und Diskussion
Reza Negarestani: Critique of Aesthetic Judgement

 

Dienstag, 7. Jänner 2014, 19 Uhr
Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, M20

moderiert von Armen Avanessian
im Anschluss Diskussion mit Negarestani, Avanessian, Samsonow


Reza Negarestani ist der Autor von „Cyclonopedia. Complicity with anonymous Materials", Melbourne 2008
Armen Avanessian ist der Autor/Hg. von „Spekulativer Realismus", Berlin 2013 „Spekulativer Horror", Berlin 2013, „Akzelerationismus", Berlin 2013

 

 

 

 

 

 

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Dr. Andrej Skrbinek, CEEPUS exchange lecturer
(University of Maribor, Faculty of Mechanical Engineering)


KUNST UND TECHNOLOGIE, INSTITUTION UND UNDERGROUND

Montag, 13. Mai 2013, im Sitzungssaal, 8.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstag, 23. Mai 2013, im Hörsaal M13a, 13.00 bis 18.00 Uhr

 

Im Seminar werde ich in drei Teilen drei zusammenhängende Themen behandeln.

Erstens werde ich aus philosophischer Perspektive die unterschiedlichen Disziplinen vom Bereich Kunst und Technologie betrachten, mit Einblick in die Situation in Industrie- und Produktdesign. Ich werde versuchen auf die Frage zu antworten ob wir die Artefakte nur auf ihre Funktion reduzieren können und ob der gemeinsame Punkt zwischen  Kunst und Technologie durch fehlende idealisierte menschliche Wesen dargestellt wird.

Im zweiten Teil werde ich den hegelschen Begriff der "Kunstwelt" und die Institutionelle Theorie der Kunst, aus Tradition der analytischen Philosophie und marxistische Kritik ihres "postmodernistischen", "eklektizistischen" Rahmens darstellen.

Im dritten Teil werde ich die Institutionstheorie der Kunst mit Konzept der Künstlerischen Underground "Postkunst", der s.g. "un-institutionellen" mail-art  vergleichen in einer Art Bericht, oder in einem Versuch einer Undergroundmedienarchäologie. Eine künstlerische Underground Technologie wird vorgestellt, die mit Erscheinen vom Internet vielleicht schon obsolet geworden ist, nicht aber ihre Taktik.

Dr. Andrej Skrbinek, Maribor, 26. 4. 2013

 

 

 

 

 

Chris Kraus, Elke Krystufek:
Where Art Belongs - The Most Helpful Project

Gastvortrag und Präsentation, 14. Jänner 2011, M13a

 

In Where Art Belongs untersucht Chris Kraus verschiedene künstlerische Aktionen der letzten Dekade, die den Einsatz gelebter Zeit als Material der Kunst einfordern. In vier aufeinander bezogenen Essays erweitert Kraus das Argument, das sie in ihrem Buch »Video Green« vorgetragen hatte, nämlich die These, dass »die Kunstwelt nur insofern interessant ist, als sie die größere Welt außerhalb widerspiegelt«.

Kraus spricht Themen wie die Ubiquität von Video an, das Vermächtnis der Amsterdamer 60er-Jahre Untergrundzeitung Suck, die Tätigkeit des New Yorker Kunstkollektivs Bernadette Corporation und Elke Krystufeks Untersuchung der Strukturen der Mythologie. Sie erforscht Langweile, Poesie, privatisierte Gefängnisse, Community Kunst, Corporate Philanthrophy, vertikal integriertes Handwerk und verworfene Utopien, und lässt dabei die überraschende Hartnäckigkeit der Mikrokulturen innerhalb der Matrix erkennbar werden.

Als Aufzeichnung der manchmal vergeblichen, aber beharrlich heroischen Bestrebungen kleiner Gruppen von Künstlern, den Öffentlichen Raum und die Zeit zurück zu erobern, beschreibt Where Art Belongs sowohl den Trend zur Kollektivität, der sich in der bildenden Kunst der letzen Dekade zeigt, als auch die kleinen Formen der Resistenz gegen die digitale Entkörperlichung und die Hegemonie der Unterhaltungs/Medien/Kultur-Industrie. Trotz aller Fehler nämlich, so wendet Kraus ein, bleibt die Kunstwelt dennoch die letzte Bastion des Wunsches, anders zu leben.

Chris Kraus ist Autorin, Filmmacherin und Professorin für Film an der European Graduate School. In ihrer Fiktion vereint Sie Privatleben und Kunsttheorie.

Elke Krystufek ist eine international anerkannte österreichische Künstlerin. Meine Arbeit ist eine Form von Bewegung – am ehestens wie beim Tanz, wo verschiedene Figuren möglich sind, von denen eine nicht unbedingt besser genannt werden kann, als die andere. 2009 repräsentierte Elke Krystufek Österreich bei der 53. Biennale in Vendig. Chris Kraus und Elke Krystufek stehen miteinander in Verbindung. Chris Kraus schrieb für Elke Krystufeks Ausstellung in der Kestner Gesellschaft Hannover einen Beitrag, der Katalog wurde allerdings nicht veröffentlicht. Der Textbeitrag ist nun in Chris Kraus' neuem Buch »Where Art Belongs« erschienen.

Veranstaltet von Sabeth Buchmann und Elisabeth von Samsonow, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste Wien.

 

 

 

Prof. Gunnar Heinsohn
Denkfehler hinter der Welt-Finanzkrise

Vortrag, 16. Jänner 2009, M20

 

Gunnar Heinsohns Konzept von Zins und Eigentum ist in der jüngeren Zeit intensiv diskutiert worden, vor allem die Ereignisse auf den globalen Kapitalmärkten scheinen ihm recht zu geben. Heinsohn wird in seinem Vortrag seine These erläutern, die er zum Verhältnis von Arbeitskraft, Produktion, Zins, Geld und schließlich Eigentum entwickelt hat. Die Abhängigkeit des Kunstmarktes von den Finanzmärkten kann auf dem Hintergrund dieser Thesen prognostisch diskutiert werden, wobei auch zu fragen sein wird, ob es Möglichkeiten zur Entkoppelung der einzelnen Parameter gibt, und wenn ja, welche.

Gunnar Heinsohn ist Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen und Sprecher des von ihm gegründeten Instituts für vergleichende Völkermordforschung (Raphael-Lemkin-Institut für Xenophobie- und Genozidforschung).
Publikationen: Gunnar Heinsohn/Otto Steiger: Eigentum, Zins und Geld. Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft, Reinbek bei Hamburg 1996. – Gunnar Heinsohn/Otto Steiger: Eigentumstheorie des Wirtschaftens versus Wirtschaftstheorie ohne Eigentum, Marburg 2002. – Gunnar Heinsohn/O. Steiger: Eigentumsökonomik, Marburg 2006.

Download der Audiodatei sowie die Präsentationsfolien des Vortrags.

 

 

 

Prof. Siegfried Zielinski
Zeigen & Verstecken. Aspekte einer Genealogie der Projektion

Vortrag, 23. Juni 2005, M20

 

Weder in der Geschichte der Wissenschaften und der Technik noch in der Geschichte der Künste und der Medien verfügen wir über einen homogenen Begriff von Projektion. Der Term bezeichnet ein heterogenes Feld von Artefakten, technischen Sachsystemen und vor allem visueller Praxen des Experiments wie der Kultur, Ausschnitte aus der erfahrbaren oder vorgestellten Welt auf eine zweidimensionale Fläche zu werfen. Er changiert zwischen zwei extremen Polen der Bedeutung: dem - im direkten Sinn des Wortes - spektakulären Beweis, dass etwas, was durch die Bildmaschine geschickt wird, so war oder ist, wie wir es im halben Raum der Projektionsfläche sehen können; und der Herstellung einer Realität als Bild, die so, wie wir sie sehen, nur in der Projektion existiert. In einer archäologischen Suchbewegung führe ich markante historische Beispiele aus der heterogenen Genealogie der Projektion vor mit dem Ziel, die Lösung nicht in der einfachen Entscheidung für einen der beiden Pole zu finden. In der Wissenschaft wie in der Kunst kommt es darauf an, die Potenziale der Projektion in der Spannung von Illusionierung und Orientierung so zu entfalten, dass das Erkennen der Hergestelltheit der geworfenen Welt mit ästhetischem und intellektuellem Genuss gewährleistet bleibt.